Gedanken zu: Kommentare, CommentsTrack, Posted Elsewhere

Published 2005-09-13, 17:14

Im August 2004 hatten Helge Fahrnberger und ich uns schon einmal Gedanken über folgendes Problem gemacht: Kommentiert man in einem fremden Weblog, so vergisst man oft sich die URL zu notieren oder später nochmal nach Antworten zu schauen. Das ist oft schade da man doch einiges an Gedanken in die Kommentare investiert hat und so oft gute Diskussionen schon im Ansatz versanden.

Wir hatten damals unter dem Namen CommentsTrack versucht die Spezifikation für ein Benachrichtigungssystem zu schaffen, eine Kombination aus Trackbacktechnik und Authentifizierungsarchitektur (ähnlich SORUA). Das ging schief, wir scheiterten an der Menge der Pings, die bei häufig kommentierten Einträgen bei jedem neuen Kommentar hätten versendet werden müssen – und unseren Ansprüchen auf Dezentralität und Universalität.

Das Problem wurmt mich aber noch immer, und gestern habe ich mir nochmal ein paar Gedanken gemacht.

Bei CommentsTrack habe ich gelernt, dass eine Pingbenachrichtigung für neue Kommentare nicht wirklich machbar ist, also hake ich diese Idee erstmal ab. Die Herausforderung die URLs der kommentierte Beiträge, und vielleicht die Kommentartexte selbst, zu sammeln ist schon groß genug.

Ziel also: Finde einen Weg die URLs der Beiträge, die du kommentierst, zu archivieren.

Es gibt für WordPress ein eigentlich sehr nettes Plugin „Comments Posted Elsewhere“. Es basiert darauf dass man nach dem Absenden des Kommentars an das eigene Blog per Standalone-Trackback einen Ping mit der URL und dem Kommentar sendet. Diese Trackbacks lassen sich dann im eigenen Blog anzeigen (- hier gibt es eine ausführliche Beschreibung).

Problem an der Sache: Es ist Arbeit, verhältnismäßig viel Arbeit, nach jedem Kommentar manuell einen Trackback abzusetzen. Man hält es nicht lange durch, die URL und den Kommentar nach jedem Beitrag in das Formular einzutragen und abzusenden.

Natürlich ließen sich auch hier Plugins basteln, die das automatisieren, mit der automatischen Erkennung einer Kommentartrack-URL (die ja nötig wäre damit nicht alle Kommentarformulare ein weiteres Feld benötigen) kommt jedoch auch möglicher Spam ins Spiel, man muss eine Authentifizierung einbauen, … es wird einfach wieder zu kompliziert.

Meine Idee…

Heute morgen stand ich also im Bad und hatte eine Idee:
Bei quasi jedem Kommentar den man schreibt hinterlässt man auch seine URL, in meinem Fall http://betamode.de. Wenn man diese anklickt wird die URL des Beitrages den man kommentiert hat als Referer übetragen und kann von meinem Server mitgeloggt werden.

Davon ausgehend habe ich mir ein kleines System ausgedacht, bestehend aus 3 miteinander verbundenen Kleinsystemen:

  1. Ich installiere auf meinem Server ein Script das in meinem Browser ein Cookie setzt um mich identifizieren zu können. Dieses Script schält sich nun auch vor den Aufruf der Startseite. Wenn ich ein Kommentar abgegeben habe klicke ich direkt danach einfach auf meine URL. Da mich das Script anhand des Cookies identifizieren kann loggt es den Referer automatisch als Kommentar.
  2. Dieses Script loggt aber auch alle anderen Aufrufe der Startseite mit und stellt sie mir als Liste zur Verfügung. So kann ich auch Kommentare finden bei denen ich das Klicken vergessen oder die erste freigegeben werden mussten um zu erscheinen – da war ein direkter Klick ja nicht möglich.
  3. Natürlich gibt es aber auch eine manuelle Schnittstelle bei der ich alle anderen Kommentare eintragen kann bei denen das oben genannte aus irgend einem Grund nicht funktioniert. So kann ich auch per Google 1 mal die Woche nach Kommentaren von mir suchen und diese in das System eintragen.

Dadurch bekomme ich eine Liste der Kommentar-URLs und kann diese hin und wieder auf Antworten überprüfen, wenn man will könnte man auch ein Script überprüfen lassen ob sich auf den Seiten etwas verändert hat und so weiter.

Meinungen oder Gedanken dazu?

Diskussion zum Artikel

» Selbst kommentieren

  1. ( 1 )

    könnte funktionieren. pkt. 3 brauchts mE. gar nicht mehr. das script von statscounter.com (siehe zb. source von helge.at, ganz unten) tut im prinzip das gleiche (es sendet referrer-statistiken an statscounter.com, wobei es rechner mit „owner-cookie“ ausklammert).

    nachteil an dieser methode wäre lediglich, dass der volltext des kommentars nicht zur verfügung stünde (zb. um sie im eigenen blog darzustellen). finde ich aber nicht so schlimm, man kann das immer noch als linkliste darstellen.

    Comment by helge am 14. September 2005

  2. ( 2 )

    Punkt 3 ist einfach dazu gedacht das ganze zu komplettieren, es soll auch Kommentarfelder geben bei denen man keine URL eingeben kann die man dann später anklicken könnte – also muss ne manuelle Schnittstelle vorhanden sein. Natürlich kommt die dann nur im Notfall zum Einsatz, sonst wirds ja wieder anstrengend.

    Ich werd mich demnächstmal hinsetzen und das mal zusammenhacken.

    Comment by Jan am 14. September 2005

  3. ( 3 )

    „demnächst“ ist zum Glück ein sehr dehnbarer Begriff :) Ich find einfach nicht die Zeit dazu… dabei hindert mich das Problem wirklich aktiv zu kommentieren.

    Comment by Jan am 20. September 2005

  4. ( 4 )

    […] So wie in den Kommentaren zum Beitrag “Gedanken zu: Kommentare, CommentsTrack, Posted Elsewhere” angekündigt habe ich mich mal hingesetzt und meine dort beschriebene Idee in einem Script umgesetzt. […]

    Pingback by Betamode » Betatest CommentsTrack light am 23. September 2005

  5. ( 5 )

    […] Wenn man sich bisweilen auf verschiedenen Sites “verliest” und überall kommentiert, wird es fürs Gedächtnis manchmal schon etwas schwierig, sich wieder zu erinnern, wo noch eine Antwort ausstehend war. Unter Umständen ergeben sich spannende Diskussionen (wie z.B. hier), die man nicht aus den Augen verlieren will. Natürlich könnte man das von Hand in einer Art Linklog notieren, aber wäre das elegant? Für WordPress gibt es das Plugin “Comments Posted Elsewhere”, das allerdings umständlich mit einem zusätzlichen Perl-Script und unsichtbaren Posts arbeitet. Zwar gab es vor Jahresfrist einen Versuch, eine universale Spezifikation eines “Reverse Trackback” zu entwickeln, was aber offenbar nicht gelang. Dieselben Leute haben eine neue Idee, die sie auf betamode.de vorstellen. Es funktioniert simpler – mit Cookies und Referrern. Ich bin auf jeden Fall gespannt. blogging Blogonautik plugin reverse trackback wordpress […]

    Pingback by Laestermaul » Blog Archive » Wo habe ich schon wieder kommentiert? am 24. September 2005

  6. ( 6 )

    Hi. Ist wirklich ein Problem, Habe schon oft in meiner History nach URLs gegrübelt, bei welchen ich glaubte mal was kommentiert zu haben.

    Die skizzierte Idee finde ich interessant, ich frage mich jedoch, wozu auf die URL gehen? Wäre die emailadresse nicht deutlich besser dafür geeignet?
    1. wird sie meist nicht öffentlich angezeigt, wer wünscht, kann sich eine extrem kryptische adresse zulegen.
    2. funktionniert das schon mit den bildern von gravatar.com bestens

    Denke das könnte wirklich was werden, ist ja meist eigentlich auch sowas wie ein Teil eines Blogs. Wenn man dann die eigenen Postings z. B. per RSS in das eigene Blog einbauen könnte, hätten auch die eigenen Leser noch etwsa interessantes davon.

    Comment by Sandro am 24. September 2005

  7. ( 7 )

    Die Idee mit der URL hat den Vorteil dass an der Weblogsoftware nichts geändert werden muss – es funktioniert einfach überall wo meine URL angezeigt wird. Ich bin nicht darauf angewiesen dass der Seitenbetreiber dieses System eingebaut hat oder ähnliches, es funktioniert einfach. Nur ich selbst muss auf meinem Server ein wenig etwas ändern.

    Wenn man da was mit der Mailadresse bastelt, muss die Weblog-Software geändert werden, eine andere Software muss dann Mails auslesen und so weiter und so fort – viel zu viel Aufwand.

    Comment by Jan am 24. September 2005

  8. ( 8 )

    […] Im meinem ersten Post zu CommentsTrack hatte ich jedoch auch angedacht fremde Referer mitzutracken (Punkt 2), also die von Nutzern die das Cookie nicht gesetzt haben. […]

    Pingback by Betamode » CommentsTrack light: 2 Versionen? am 22. Oktober 2005

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